Was macht ein gutes Lieferantenaudit aus und was kann es bewirken?

Qualitätsmanagement wird seit vielen Jahren intensiv durch KMU und Konzernen betrieben, um den Anforderungen der Kunden, den eigenen Interessen und den gesetzlichen Auflagen gerecht zu werden. So kommt nicht nur dem Kunden ein DIN EN ISO 19011 Qualitätsmanagement für Lieferanten zugute, das Unternehmen als solches erreicht durch die eingeführten Maßnahmen ebenfalls erhebliche Vorteile. So erzeugt das Unternehmen durch die klar definieren Prozessabläufe einen reibungslosen Ablauf in der Wertschöpfungskette. Da sich die Wertschöpfungskette jedoch über die Jahre hinweg stark globalisiert hat, gewinnt das Lieferantenmanagement ebenfalls immer mehr an Bedeutung – insbesondere im Supply-Chain-Management.

Um nun das Qualitätsmanagement aufgrund der Globalisierung und die dadurch einhergehenden unterschiedlichen Richtlinien in vielerlei Hinsicht aufrechtzuerhalten, bedarf es einer Qualitätserweiterung in Anbetracht der Lieferanten und folglich werden durch Unternehmen sogenannte Lieferantenaudits eingeführt. Dies ist mitunter auch darauf zurückzuführen, dass Verbraucher, Nutzer und Unternehmen nachhaltige Transparenz, die sich über die vollständige Lieferkette hinweg zieht, fordern.

Welcher Norm unterliegt das Lieferantenaudit?

Ein Lieferantenaudit dient somit dazu, neue oder bestehende Lieferanten anhand vordefinierter Kriterien auszuwählen beziehungsweise zu beurteilen – diese Kriterien beinhalten sowohl „Standard“ als auch durch das Unternehmen erweiterter Kriterien.

Dies bedeutet, dass je nach Branche eine auf den Unternehmen zugeschnittene Checkliste erstellt werden muss, um den Anforderungen gerecht zu werden. Eine Lieferanten-Auditierung in der Pharmaindustrie unterliegt andere zu prüfende Aspekte als derer in der Elektronikfertigung oder Automobilindustrie.

In Deutschland wird der Leitfaden des Lieferantenaudits als DIN EN ISO 19011 veröffentlicht, was jedoch auch als internationale Norm zu verstehen ist. Die Norm ISO 19011 ist auch ideal in Verbindung mit der DIN EN ISO 9001 einzusetzen. Ebenso steht es den Unternehmen frei zu entscheiden, welcher Teil des Leitfadens dem Unternehmen von Nutzen ist und wie dieser gegebenenfalls angepasst werden muss – dies gilt sowohl für externe als auch interne Audits.

Da sich die Forderungen folglich je nach Lieferant unterscheiden können, werden zunächst die aktuellen Ist-Lieferantenleistungen analysiert und ausgewertet. Das Qualitätsmanagement wird dieses Ergebnis falls nötig ändern und erweitern, bis es den Wünschen und Mindestanforderungen des Unternehmens entspricht.

Nutzen der Lieferanten-Bewertungsergebnisse

Die Bewertung der Lieferanten zeigt somit, inwiefern ein neuer Lieferant für das jeweilige Unternehmen infrage kommt oder ein bestehender Lieferant in Zukunft weiter mit neuen Aufträgen versorgt wird. Eventuell sind die Forderungen so mit „Defiziten“ behaftet, dass ein bestehender oder neuer Lieferant die Auflagen erst einmal erfüllen muss oder gänzlich ausscheidet.

Vorteile eines Lieferantenaudits

· Die Schwachstellen innerhalb der Lieferkette werden vollständig aufgezeigt.

· Die Bindung mit dem Lieferanten wird dadurch gefestigt.

· Die Produktqualität kann dadurch erhöht werden.

· Das Supply-Chain-Management wird in der Lieferantenwahl effizienter.

· Die Zuverlässigkeit des Lieferanten kann dadurch besser bewertet werden.

· Verbraucher können bei Rückfragen auf Transparenz der Lieferkette zählen.

· Lieferantenaudits sind als Basis der eigenen Zertifizierung innerhalb der DIN EN ISO 9001 anzusehen.

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